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Sobald ihm dieſe willkommenen Töne zu Ohr gelangten, kroch er nach dem Bette hin, wo ſeine Amanda lag, knieete nieder, faßte ganz ſanft ihre weiße Hand und drückte ſie an ſeine Lippen. Sie hatte eben ihre Augen geſchloſſen und ſich dem holden Ueberwältiger, dem Schlummer überlaſſen, als ſie durch dieſen Raub aufgeweckt ward. Sie fuhr zuſammen, und fragte mit dem Ton der Beſtürzung und Muthloſigkeit:„Mein Gott! wer iſt das?“
Ihr Liebhaber erſuchte ſie mit der einſchmeichelndſten Beſchei⸗ denheit, ihm Gehör zu ſchenken. Er betheuerte, daß er ſich ihr gar nicht in der Abſicht genaht habe, die Geſetze des Wohlſtandes oder die unauslöſchliche Achtung zu verletzen, die ſie ſeinem Herzen ein⸗ geprägt habe. Er käme bloß deßhalb, um ihr ſeinen Kummer und ſeine Zerknirſchung über die vorher verurſachte Unruhe zu bezeigen, vor ihr auszuſtrömen, wovon ſeine Seele überwalle, und ihr zu ſagen, daß er ihre Abneigung zu ihm weder überleben könne noch wolle.
Dieſe und manche andere ſehr rührende Betheurungen, die mit Seufzern und Thränen und allen Aeußerungen des Schmerzes beglei⸗ tet waren, welche unſerm Helden in dergleichen Fällen zu Gebote ſtanden, mußten nothwendig das zärtliche Herz der liebenswürdigen Flamländerin erweichen, das bereits für ſeine Vollkommenheiten ein⸗ genommen war. Sie ſympathiſirte mit ſeiner Betrübniß ſo innig, daß ſie auch weinte, indem ſie ihm die Unmöglichkeit vorſtellte, ſeine Liebe belohnen zu können. Dieſen glücklichen Augenblick nutzte er und verſtärkte ſeine angelegentlichen Bitten mit einem ſo unwider⸗ ſtehlichen feurigen Ungeſtüm, daß ihre Vorſätze ſchwanden, ſie ge⸗ ſchwind und tief Athem zu holen begann, ihre Furcht äußerte, von dem andern Frauenzimmer gehört zu werden, und ſich mit dem Stoß⸗ ſeufzer:„O Himmel, ich bin verloren!“ nach einem ſchwachen Kampfe von ihrem Bewunderer überwältigen ließ.
Dieſer nahm bereits auf dem bedeckten Wege ihres Bettes unter der Courtine ven der Contreſcarpe Poſto, und würde ſich in wenigen


