154
ſchreiben ließe, wozu er ihm einige Anleitung geben wollte. Daß das verſtümmelte Original ihm ſein Projekt im mindeſten erleichtern könnte, ließ er ſich gar nicht träumen, und deßhalb überantwortete er es gar weislich den Flammen, damit es nie wider ihn zu ſeiner Verurtheilung aufſtehen könne.
Nachdem er dieſen klugen Schritt gethan hatte, ging er aus, um den Schreiber aufzuſuchen. Er theilte ihm ſein Anliegen mit, und verſprach ihm als Erkenntlichkeit eine volle Kanne Bier. Der Küſter, der auch den Schulmeiſter vorſtellte und auf eine Gelegen⸗ heit ſtolz war, ſeine Talente leuchten zu laſſen, übernahm ſogleich dieß Stück Arbeit. Er ging mit ſeinem Patron in die Schenke und brachte in weniger denn einer Viertelſtunde ein ſolches Meiſter⸗ ſtück von Beredſamkeit zu Stande, daß Pips darüber die größte Zufriedenheit bezeigte. Er ſchüttelte ihm dankbar die Hand, und verdoppelte die ihm beſtimmte Portion Bier.
Sobald dieß abgemacht war, begab ſich unſer Eilbote mit der Wildbrätskeule und dem untergeſchobenen Briefe zur Miſtriß Gaunt⸗ let. Hier richtete er ſeinen Auftrag bei der Mutter aus, die ihn ſehr liebreich aufnahm und manche gütige Frage wegen ſeines Herrn Wohlbefinden that. Sie wollte dem Boten eine Krone in die Hand drücken, die er aber ſchlechterdings nicht annahm, denn ſein Herr hatte ihn wiederholt davor gewarnt. Die alte Dame wandte ſich ſodann weg, um einem Bedienten wegen des erhaltenen Geſchenks ihre Befehle zu ertheilen. Dieß ſah Pips für eine günſtige Gele⸗ genheit an, ſein Geſchäft mit Emilien abzumachen. Er drückte daher das eine Auge zu, und winkte mit einem Ruck ſeines Daumens gegen die linke Schulter und mit einer ſehr bedeutenden Wendung ſeines Geſichts der jungen Dame, in ein anderes Zimmer zu kom⸗ men, als wäre er mit einer andern Sache von Belang befrachtet, die er ihr mittheilen müßte.
Emilie verſtand dieſen Wink, ſo ſeltſam er auch gegeben war. Sie ging an die andere Seite des Zimmers, und verſchaffte auf


