Teil eines Werkes 
8. Band, Peregrine Pickle : Roman : 1. Band (1841) Peregrine Pickle and his adventures
Entstehung
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Gelegenheit auszuſpähen, wo er dieſen Brief der Miß, unbemerkt von der Mutter, überreichen könnte.

Zweiundzwanzigſtes Kapitel.

Dem Boten begegnet ein Unfall, dem er gar ſinnreich abzuhelfen weiß. Seltſame Folgen hievon.

Da die Landkutſche bis auf zwei Meilen von dem Dorfe zu gehen pflegte, wo die alte Gauntlet wohnte, ſo bedung ſich Tom einen Platz auf derſelben aus und reiste ab, um ſeine Botſchaft zu beſtellen, wiewohl er zu Aufträgen der Art nur wenig taugte. Der Brief war ihm auf die Seele gebunden worden; deßhalb beſchloß er, ihn zum Hauptgegenſtand ſeiner Sorgen zu machen. Er verbarg ihn ſehr ſcharfſinnig zwiſchen Strumpf und Fußſohle, und glaubte ihn ſo vor aller Beſchädigung und jedem Unfall völlig geſichert zu haben. Er ließ ihn hier ganz ruhig ſtecken, bis er in dem Wirths⸗ hauſe angekommen war, wo er vorher logirt hatte. Kaum hatte er ſich mit einem Trunke Bier erlabt, ſo zog er ſeinen Schuh ab, und fand das arme Briefchen mit Staub überzogen und durch die Bewe⸗ gung ſeines Fußes auf der Wanderſchaft in den beiden letzten Mei⸗ len ſeiner Reiſe in tauſend Stücke zerriſſen. Dieſer Anblick war für ihn ein Donnerſchlag. Er ſtieß ein langes und lautes: O weh! aus, und rief ſodann: die Schwerenoths alten Schuhe! Er ſtützte ſeine Ellenbogen ſodann auf den Tiſch und die Stirn auf ſeine bei⸗ den Fäuſte. In dieſer Stellung ging er mit ſich ſelbſt über die Mittel zu Rathe, wie dieſem Unglück wohl abzuhelfen ſeyn möchte. Da ihn keine übergroße Anzahl von Ideen verwirrte, ſo ſchloß er ſo⸗ fort: es würde das beſte Mittel ſeyn, wenn er den Küſter des Dorfs, den er als einen großen Gelehrten kannte, einen andern Brief