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Hochzeit mit ihrer Schweſter über ihre Familie zu ſtreiten, indem ſie behauptete: die ihrige ſey in jedem Betracht anſehnlicher, als die Familie ihres Mannes, wobei ſie bemerkte, daß mehrere jüngere Brüder aus ihrem Hauſe die Lordmayors⸗Würde von London beklei⸗ det hätten, welches doch die höchſte Ehrenſtelle ſey, zu der ſich je einer von Sir Pickle's Voreltern aufgeſchwungen habe.
Dieſe vermeſſene Aeußerung war ein Donnerſchlag für Miſtriß Grizzle, die jetzt zu ahnen begann, ihre Erwartungen dürften wohl nicht ganz nach Wunſche in Erfüllung gehen. Sie hatte darauf gerechnet, ihrem Bruder eine ſanfte und nachgebende Gattin zu ver⸗ ſchaffen, die ihr ſtets mit der tiefen Ehrerbietung begegnen würde, welche ihres Erachtens ihrem überlegenen Verſtande gebührte, und die es nicht wagen würde, ohne ihren Rath oder ihre Leitung den geringſten Schritt zu thun. Richts deſto weniger lenkte ſie noch immer die Zügel des Hausregiments wie zuvor, und zankte nach altem Brauch mit dem Geſinde; ein Amt, das ſie mit ungemeiner Fähigkeit verwaltete, und woran ſie ein ausnehmendes Vergnügen zu finden ſchien. Endlich erklärte ihr Miſtriß Pickle eines Tages unter dem Vorwande der Beſorgtheit für die Ruhe und Bequem⸗ lichkeit ihrer lieben Schwägerin, ſie wolle dieſe Mühe ſelbſt über ſich nehmen und künftig die Leitung ihres Hausweſens in Perſon beſorgen.
Eine kränkendere Erklärung hätte der Miſtriß Grizzle nicht können gethan werden. Nach einer ziemlich langen Pauſe und nach einer ſeltſamen Augenverdrehung verſetzte ſte:„Es wird mich nie eine Unruhe oder Mühe verdrießen, die meinem Bruder zum Beſten ge⸗ reicht.“—„Verehrte Jungfer Schwägerin,“ erwiederte die Frau des Hauſes,„ich bin Ihnen für Ihre freundliche Sorgfalt, für das Wohl meines Mannes, das ich als das meinige betrachte, unendlich verbunden. Jedoch, ich kann es nicht mit anſehen, daß Sie aus Freund⸗ ſchaft ſo viele Beſchwerden erdulden, und beſtehe demnach darauf, daß Sie ſich einer Bürde, die Sie ſo lange getragen haben, entledigen.“
Smollet's Romane. VIII. 3


