12
führt ein gewiſſer Maſter Hatchway, welchem als Lieutenant auf des Commodore's Schiff ein Bein weggeſchoſſen wurde, und der jetzt auf halbem Sold als Kamerad bei dem alten Herrn wohnt. Ein kreuzbraver Kerl, der Lieutenant, und'n Erzſpaßvogel, der ſich ganz kapital in die Laune des Herrn Commodore zu ſchicken weiß. Doch außerdem hat er noch einen andern Favoriten, Namens Tom Pips, im Hauſe, der Gehülfe ſeines Hochbvotmanns war, und jetzt Inſpektor über ſeine Leute iſt. Tom iſt'n Mann von wenig Worten, aber ein prächtiger Kerl, wenn's ein Liedchen oder die Bootmanns⸗ pfeife, eine Prügelei oder ein Dreipfennigſpiel gilt. Kurz es gibt keinen beſſern Pips als ihn in der ganzen Grafſchaft.
In dieſer Weiſe lebt der Commodore auf ſeine eigene Art recht angenehm; aber zu Zeiten geräth er Ihnen gar gewaltig in Harniſch und iſt ganz verteufelt in der Flucht, wenn ihm ſeine Anverwandten in's Haus kommen, die er nicht leiden kann, weil einige von ihnen hauptſächlich daran Schuld ſind, daß er zur See ging. Und ſobald er einen Advokaten anſichtig wird, bricht ihm ſogleich der helle Todesſchweiß aus. Es geht ihm da juſt ſo wie einigen Leuten mit
den Katzen; denn es ſcheint, er hat einmäl, weil er einen ſeiner
Officiere ſchlug, einen Prozeß gehabt, der ihn ein Heidengeld koſtete. Zudem ſcheeren ihn auch noch die Poltergeiſter, welche ihn in ſeiner Ruhe ſtören, und einen ſolchen Lärm in ſeinem Hauſe machen, daß man denken ſollte— Gott ſey bei uns!— alle Teufel in der Hölle wären losgelaſſen. Noch im vorigen Jahre, juſt um dieſe Zeit, trillten ihn'n paar böſe Geiſter die ganze liebe lange Nacht. Sie kamen in ſeine Schlafkammer und trieben allerlei
Teufelsſpuck um ſeine Hängematte,(denn ein Bette iſt in ſeinen
vier Pfählen nicht anzutreffen). Er ſchellte, ſchrie alle ſeine Leute heraus und ſuchte überall mit Licht herum. Aber da war kein Poltergeiſt oder Tufel zu hören und zu ſehen! Kaum aber war er mit ſeinen Leuten wieder im Bette, ſo ging die Komödie von neuem los. Jetzt ſprang nun der Commodore im Dunkeln auf, zog ſeinen


