Teil eines Werkes 
2. Theil (1847)
Entstehung
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Tongatou hatte unterdeſſen die Laube am Flußufer zu einem Ruheplat für Margareth hergerichtet, und ſie theilte ihr Lager mit Minaree.

Als ſie dieſelbe zur Ruhe fuhrte, ſchien eine dunkele Erinnerung an ihr Pflegekind in ihr aufzudaͤmmern, denn ſie glaͤttete ihr oft das Haar, wie ſie in früheren Zeiten gethan hatte, ja ſie ſchien Vergnuͤgen daran zu finden, und laͤchelte und weinte zu derſelben Zeit; dann legte ſie ſich wohl einen Augenblick nieder, richtete ſich aber bald wieder empor, und ſchaute Margareth wehmuͤ⸗ thig und trauernd an, waͤhrend ſie leiſe ſingend die zar⸗ ten, faſt durchſichtig gewordenen Haͤnde derſelben ſtrei⸗ chelte. Fuͤrchterlich war der Einfluß, den Krankheit und Hunger auf den Koͤrper der armen Frau ausge⸗ uͤbt hatte, ſie glich einem lebenden und ſich bewegenden Stelett.

Am nächſten Morgen, als Tongatou ein Stuͤck Hirſchfleiſch an die Thuͤre der Huͤtte legte, bereitete es Margareth heimlich und geraͤuſchlos, damit Mi⸗ naree nicht erwachen ſollte, und ſchuttelte, als es zum Eſſen fertig war, ſanft ihren Arm, um ſie aufzuwecken; er war ſtarr und kalt, die arme Minaree war todt.