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„Sage Nichts mehr, Alice; ich kann nicht gehen, ich bin feſt entſchloſſen; Du willſt mich blos zu Zwang und Elend zuruͤck rufen; Elend, das ſo viel unertraͤgli⸗ cher iſt, weil es ſo viele Augen zu Zeugen hat; Du er⸗ weckſt zu ſchmerzliche Erinnerungen in mir, und glaubſt Du, daß, wenn Thraͤnen in meinen Augen, Sorge, die nur der große Geiſt kennt, in meinem Herzen iſt, ich es dulden konnte, daß mich fremde Augen beobachteten, und fremde Lippen mich fruͤgen?“
„Wenn Schmerz die Bruſt eines Freundes erfaßt, ſo ſitzt der Freund den ganzen Tag an ſeiner Seite, aber er ſpricht nicht; er weint und ſchweigt; aber der weiße Mann ſpricht; ſpricht mit einer kalten, gefuͤhlloſen Zunge und mit trockenem Auge. Ich verlange keine Worte, ich muß allein ſein.— Unſere Mutter? o ich habe ſie weinen, weinen ſehn im bitterſten Kummer und doch war ſie ſanft und liebreich wie Du, Alice; darf ich glauben, daß mich Anderes erwarte? Nein, nein, die Welt iſt voll Thraͤnen, ich will ſie hier vergießen. Was liegt daran, ob das Grab einmal mit vielen gemurmel⸗ ten Gebeten bereitet oder in den wilden Waͤldern gegra⸗ ben wird; der Geiſt kehrt zu dem zuruͤck, der ihn gege⸗
ben hat, und Leben und Schmetz iſt zu Ende.“ Der Indianer⸗Häuptling. I. 3


