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Die Wache war mit ſorgloſer Gleichgültigkeit angetreten, um vor den Mesdames Adelaide und Sophie, den Töchtern von Frankreich das Gewehr zu präſentiren, als dieſe unter dem Vortritte eines einzigen Stabträgers und den Damen ihres be⸗ ſcheiden zuſammengeſetzten Hoſſtaates durch die Gollerie ſchritten. Eine ganz andere Rührigkeit gab ſich kund, als die Gräfin du Barry, ſtrotzend von Juwelen und umgeben von einem Haufen Hof⸗ ſchranzen, ihre Schleppe von ihrem Mohrenpagen Zamori getragen, der ſpäter durch ſeinen Verrath ſie auf das Schaffot brachte, erſchien.
Der Herzog von Aiguillon, Capitän der Gar⸗ den, eilte ihr achtungsvoll entgegen; die Offiziere ſtellten ſich in eine Reihe auf und der Huiſſier neigte ſeinen Stab faſt bis auf den Boden, während er die Thüre zu den königlichen Gemächern öffnete. „Iſt die Prinzeſſin von Beaufremont gekom⸗
men?“ fragte die Favoritin.
„Seit beinahe einer Stunde ſchon iſt ſie da, 5. Gräfin,“ antwortete der Officiant reſpekts⸗ voll.
„Allein?“
„Allein, Frau Gräfin.“
„Ein triumphirendes Lächeln ſpielte um die Lippen der herzloſen Frau; es gewährte ihrem Stolze eine Genugthuung, daß einer der edelſen Namen Frankreichs lieber durch eine Lüge ſich be⸗ fleckt, als ſie zu beleidigen gewagt hatte.
„Sie ſehen, ma belle,“ flüſterte die Marſchallin ſ Mirepdir,„daß Niemand Ihnen widerſtehen ann.“


