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Das weibliche Herz ihrer früheren Feindin fühlte innigſtes Mitleid und Unwillen über die Erzählung, und ſie theilte vollkommen die Anſicht, daß irgend ein ſchändlicher Verrath begangen wor⸗ den ſei, um das Glück Redmond O Neil's und ſeiner jungen Frau zu zerſtören.
„Es iſt zwar nicht viel,“ bemerkte ſie,„was ich thun kann, Ihnen zu dienen; aber das Wenige ſoll geſchehen. Sie und Ihre weibliche Begleite⸗ rin müſſen Ihre Wohnung im Kloſter nehmen. So beſcheiden auch das Plätzchen iſt, das ich Ihnen anbieten kans, ſo iſt es doch ein Heilig⸗ thum, das vielleicht ſicherer iſt, als das Schloß meines Vaters.“
Die königliche Jungfrau ahnte freilich nicht, wie bald die Hände des aufrühreriſchen Volks die kloſterlichen Bewohnerinnen deſſelben vertreiben würden; glücklicher Weiſe war ſie aber, ehe die Stunde der Gewaltthat und Verwüſtung ſchlug, der Welt entrückt.
Dieſes Anerbieten wurde dankbar angenommen und noch ehe der Tag ſchloß, war Miß Maena⸗ mara und Katty ſicher in dem Appartement ihrer Beſchützerin untergebracht.
„Ich habe Neuigkeiten für ſie,“ ſagte Ihre Hoheit, als ſie am folgenden Morgen mit einem ofſenen Brief in der Hand in den Sprechſaal des Kloſters trat.„Ihre alte Freundin, Frau von Beaufremont, kommt heute, mich zu beſuchen. Sie hat ihr Herz nur halb der Religion zugewendet,“ fügte ſie mit einem Seufzer bei,„und beſucht noch


