ſchreibung benöthigt waren, hatte die Obenſtehende mit ihren Armen umſchlungen, ihre Hände mit Küſſen bedeckt und ihrer Freude in halberſtickten
Seufzern und abgeriſſenen Ausrufungen Ausdruck
gegeben.
„Ellen! Es iſt das Herz Ihrer armen Katty, das ſo mächtig ſchlägt, weil ſie Ihr ſüßes Antlitz wieder ſieht. In wie vielen traurigen Stunden hat ſie an Sie gedacht und für Sie gebetet, ein⸗ ſam an dem alten Orte; aber Sie ſind blaß, Liebe; der Kummer iſt allerdings ein neidiſches Geſchöpf, das die Roſen von Ihren Wangen ſtahl,“ ſetzte ſe hinzu, aufmerkſam die Geſichtszüge der Rei⸗ enden betrachtend, in deren Augen bei dieſem Zu⸗ ſammentreffen Thränen getreten waren.
„Ich wußte wohl, daß Du mich nicht im Stiche laſſen werdeſt,“ bemerkte die Lady(denn dieß war offenbar ihr Rang) in traurigem Tone.
„Ich ſollte Sie im Stiche laſſen!“ wiederholte
die Frau liebevoll.„Zuerſt hätte mein Herz zu
ſchlagen aufhören müſſen. en Tag, nachdem ich Ihren Brief erhielt, ſagte ich Phelim Adieu— ich hätte ihn gehaßt, wenn er nur mit einem Wort mich zurückzuhalten geſucht hätte,— und kam an dieſen Ort, wo kein lebendes Geſchöpf die Fremde willkommen hieß,— verließ ihn und den Säng⸗ ling, der ſchon anfängt, mir in die Augen zu ſehen und mich anzulächeln. Ich verließ beide,“ fuhr ſie fort,„Gatten und Kind— und daran that ich Ze Recht, denn Katty verdankt Ihnen es.“ Hier drückte diejenige, an welche dieſe Worte


