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Siebenundvierzigſtes Kapitel.
Es iſt ſchon oft behauptet worden, daß die Wirk⸗ lichkeit merkwürdiger iſt, als die Erfindung. Das Leben und die abenteuerliche Laufbahn Carl Eduard's ſind vielleicht die ſchlagendſten Beweiſe, welche die Geſchichte hiefür aufzuweiſen vermag. Geboren mit einem erhabenen Namen, zu einem hohen Geſchicke beſtimmt, ſchien das Schickſal ein boshaftes Vergnü⸗ gen daran zu finden, das Ziel ſeiner Beſtrebungen zum öftern ſo nahe zu rücken, daß es jeden Augen⸗ blick erreichbar erſchien, aber nur um die Täuſchung um ſo bitterer zu machen. Hätte Frankreich das Verſprechen gehalten, welches ſein zügelloſer Monarch gegeben, ſo unterliegt es wohl kaum einem Zweifel, daß das Haus Stuart ſeinen Platz unter den regie⸗ renden Familien Europa's wieder eingenommen hätte. Es war aber zum Unglück prädeſtinirt. Beiſtand wie Rathſchläge kamen immer zu ſpät. Der Letzte der Stuarts ſchläft in der prachtvollen Gruft zu St. Peter. Auf ſeinem Grabmonument iſt der Car⸗ dinal von York, der Bruder Carl Eduard's, Heinrich der Neunte, König von England, genannt. Heinrich von York, wie der Prinz⸗Cardinal genannt wurde, beſaß aber weder die Tugenden, noch die Fehler, welche den Character ſeines geiſtig kühnen, ſo hoch⸗ begabten Bruders ſchmückten oder verdunkelten.
Die Schiffe, welche den Prinzen und deſſen Freunde in Lochnanaugh am 20. September 1746 an Bord genommen, machten eine glückliche Ueber⸗ fahrt an die Küſte von Frankreich. Urſprünglich


