Teil eines Werkes 
1. Band (1858)
Entstehung
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Eine kleine Lampe von Silber, die auf einem Tiſche ſtand, erleuchtete matt das Gemach.

Der Baronet war zu aufgeregt, um ſchlafen zu können. Nachdem er raſch ſein Plaid abgelegt und ſeine Waffen auf das Bett geworfen hatte, fing er an, haſtig auf und ab zu gehen; ſeine Schritte hallten hohl wieder. Vielleicht war es ſchon lange her, daß die Tritte irgend eines Verwandten ſeines Stammes hier getönt hatten. Was kümmerte er ſich aber um den düſtern und traurigen Anblick des Orts, wo er die Nacht zubringen ſollte? In ſeinem Herzen war es hell; in dieſes blickte er und ſah darin das Spiegel⸗ bild des Weſens, das davon Beſitz genommen hatte.

Allan fand aber nicht lange Zeit, ſeinen Träu⸗ mereien für die Zukunft nachzuhängen, indem er plötzlich durch ein krachendes Geräuſch aufmerkſam gemacht wurde, das aus einer Blende kam, die dem großen Fenſter gegenüber lag, durch welches der Mond ſeine ſchwachen Strahlen warf, die durch das Epheu, das ſich wucheriſch an demſelben hinauf ge⸗ ſchlungen hatte, noch abgeſchwächt wurde. Als er ſich raſch umwandte, gewahrte er zu ſeinem Erſtaunen eine menſchliche Geſtalt, die loſe in ein weißes Ge⸗ wand gehüllt auf ihn zugeſchritten kam. Die Erin⸗ nerung an die Sagen dieſes Zimmers und die ſpäte Nachtſtunde verurſachten ihm ein Herzklopfen, das faſt noch ſtärker war als jenes, welches die Träumereien hervorgerufen hatten, denen er ſich hingegeben.

Unwillkührlich näherte er ſich ſeinem Bett, um ſeine Waffen zu ergreifen.

Erſchrick nicht, Allan, rief eine Stimme, welche er ſogleich für die der Lady Arran erkannte;es iſt