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nung, daß das Intereſſe ſeine Leute nöthigen würde, ſeinen Wünſchen nachzukommen.
Die Sache war noch ſchwebend, als Carl das auf den Halmen hängende, verfaulende Korn be⸗ merkte und nach der Urſache fragte. Man ſagte ihm, daß Gaſt nicht nur ſeinen Pächtern verboten habe, ihre Frucht zu ſchneiden, ſondern auch nicht erlaube, daß ſie ihr Vieh damit füttern dürften, ſo daß dieſe armen Thiere zu Grund gehen müßten. Als er dieß hörte, ſprang er ſogleich vom Pferde, indem er ausrief:„Dieß darf nicht geſchehen!“ und zugleich fing er an, von dem Korn abzurupfen. In⸗ dem er davon ſeinem Pferde gab, ſagte er zu denen, die bei ihm waren, daß er auf dieſe Weiſe das Verbot Gaſt's aufgehoben habe, und die Pächter möchten nun auf ſeine Autorität hin den Ertrag ihrer Felder zu ihrem eigenen Gebrauch einheimſen.
Kaum hatte der Verwalter Moggers die kate⸗ goriſchen Befehle ſeiner Gebieterin erhalten, als er ſich verbeugte und das Gemach verließ.
Alice blickte ihre Tante einige Augenblicke er⸗ ſtaunt und bekümmert an. Das ſtrenge Verfahren der Eigenthümerin der alten Beſitzungen ihres Hauſes gegen die hochländiſchen Pächter, welche der Sache treu blieben, für die ihr Häuptling gefallen war, ſchmerzte ſie; aber der Reſpect legte ihr Still⸗ ſchweigen auf.
„Dem Himmel ſei Dank!“ ſagte die alte Dame mit wohlgefälligem Lächeln:„das ſichert die Lände⸗ reien. Jetzt kann Niemand ſagen, daß ich dieſes Unternehmen unterſtützt und aufgemuntert
abe.“


