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wälzen kann, die an ſeinen Schanthaten keinen Antheil haben. Es gingen aber zu damaliger Zeit merkwürdige Dinge vor.“
„Und worin beſteht denn der Fluch?“ fragten die Schweſtern mit abergläubiſcher Furcht, von der ſie ſich ſelbſt keine genaue Rechenſchaft zu geben vermochten.
„Daß die Erbfolge im Hauſe Arran nie vom Vater auf den Sohn übergehen ſolle.“
„Und für die Töchter?“
„Daß ſie entweder den Mann, den ſie lieben, vor der Heirath betrügen, oder das Leben deſſelben bedroht ſehen ſollen. Es iſt merkwürdig, aber voll⸗ fommen richtig, doß ſeit Menſchengedenken kein Lord Arran einen Sohn zum Nachfolger hatte, und daß die Annalen unſeres Hauſes leider nur zu ſehr durch die Schwächen ſeiner Töchter verdunkelt ſind. Glücklich ſind diejenigen, welche nur das Leben ihrer Se und nicht die Ehre ihrer Gatten bedroht ehen.“
„Und glauben Sie dieß?“ fragte Alice mit un⸗ gläubigem Lächeln.
„Vielleicht, vielleicht auch nicht. Ich bin nicht klüger als die übrige Welt, und unter meinen Päch⸗ tern iſt nicht einer, der nicht daran glaubte wie an das Cvangelium. Iſt die Sache aber eine Fabel, ſo iſt das Merkwürdige dabei, doß ſie ſtets in Er⸗ füllung ging.“
Die Unterhaltung wurde hier durch das Ein⸗ treten der alten Kammerjungfer Meg unterbrochen, welche ihrer Gebieterin meldete, daß der Verwalter Andreas Moggers ſo eben in's Schloß gekommen


