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Sir Allan und Crawford fühlten ſich überglück⸗ lich bei ihrer Ankunft vor dieſer alten Stadt, denn das Schloß der Lady Arran befand ſich in deren unmittelbarer Nähe. Kaum waren ihre Regimenter in den Quartieren untergebracht, als ſie ein paar Pferde aus dem Stalle eines treuen Beamten ent⸗ lehnten und ſich in der Hoffnung auf den Weg machten, wenn auch nicht gerade die jungen Damen, die ſie liebten und von denen ſie ſeit mehreren Monaten getrennt waren, zu ſehen, zum mindeſten aber doch etwas von denſelben zu hören.
„Was ſagen Sie jetzt, liebe Tante?“ fragte Alice, als die Ankunft Carl Eduards in der Nachbarſchaft in dem Schloſſe bekannt geworden war;„was ſagen Sie jetzt von den Hochländern?“
„Daſſelbe, was ich zuvor ſchon ſagte,“ erwiderte die alte Dame in ihrem gewöhnlichen trockenen, kauſtiſchen Tone.„Die, welche kamen, werden auch wieder umkehren.“
„Und der Prinz?“
„Steht dem Throne ſeiner Väter nicht näher als ihr. Der arme Menſch! das Herz thut mir um ihn wehe. Der alte Baum hat blos dazu ſeine letzte Blüthe getrieben, damit man ſie welken ſehen kann. Ich ſage euch, es liegt ein Fluch auf dieſem Hauſe, ſeitdem Jacob der Sechste das Blut ſeiner Mutter verhandelt hat.“
„Iſt es möglich, Tante,“ fragte Conſtance ſchüch⸗ tern,„daß Sie an Dinge wie Erbfluch oder Vor⸗ herbeſtimmung glauben?“
„Weßhalb ſollt' ich nicht?“ fragte die Lady.


