184
ben eines ausländiſchen Fürſten auf die Thürme Schottlands zu pflanzen. Wollt ihr es verthei⸗ digen?“
„Bis in den Tod!“ lautete der allgemeine Schrei der Männer, denen nicht nur das anmuthige Weſen des Prinzen, ſondern auch die Nationaltracht an ihm gefiel, die er klugerweiſe angezogen hatte.„Tod dem Kurfürſten! Gott erhalte König Jacob!“
„Vergeßt nicht,“ fuhr der königliche Abenteurer fort,„daß die Sache, für welche ihr das Schwert gezogen habt, nicht allein die Sache eures Königs, ſondern jedes freigeborenen Schottländers iſt. Es handelt ſich darum, das Land von ſeinen Unter⸗ drückern zu befreien, deſſen verbannte Kinder in ihre trauernde Heimath wieder zurückzuführen, und in eure Hauptſtadt eine nationale Regierung einzuſetzen an die Stelle der Regierung der Sachſen, den Werk⸗ zeugen und Sclaven eines Despoten, deſſen Beſtre⸗ bungen dahin gehen, die Freiheiten Schottlands zu Boden zu treten, weil er ſie fürchtet.“
Ein wildes Geſchrei des Beifalls folgte dieſer Anrede, die ſo ganz auf die Leidenſchaften und den Nationalſtolz der Zuhörer berechnet war, von denen die meiſten die Unionsakte*) auf's Bitterſte be⸗ dauerten, welche das Land ſeines Parlaments und folglich, von ihrem Geſichtspunkte aus, ſeiner Natio⸗ nalität und Unabhängigkeit beraubt hatte.
Dreimal ſchwenkte der Marquis von Tullibar⸗
*) Die Parlamentsacte, welche im J. 1707 Schott⸗ land und England vereinigte. D. B.


