Teil eines Werkes 
1. Band (1858)
Entstehung
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„Nun, nun, laſſen wir das gut ſein,“ mur⸗ melte der Gaſt, dem der Vergleich mit ſeinem Neben⸗ buhler nicht beſonders gefiel.„Aber ſage mir, Madchen, was hat ſie denn heute Nocht geſehen?“

„Zwei Fremde in Mänteln und mit Federn auf den Hüten. Deßhalb befahl ſie mir, den Heerd zu ſcheuern und das Beſte was wir haben, in Bereit⸗ ſchaft zu halten; außerdem murmelte ſie etwas von einem Adler und einem Falken, von Schlachten und Blut, und Gott weiß von was ſonſt noch. Ich weiß nicht mehr Alles.“

„Das iſt allerdings ſehr merkwürdig,“ verſetzte der Mann;„ich will nur da bleiben und den Ausgang abwarten. Wenn die Fremden wirklich kommen, dann weiß ich meiner Seel' nicht, was ich von der Sache denken ſoll.“

„Wenn ſie kommen!“ ſprach das Mädchen in verächtlichem Tone.„Wenn Ihr nur ſo gewiß in den Himmel eingeht, als ſie kommen werden. Gott ſteh' uns bei!“ ſetzte ſie hinzu,„da iſt ſchon einer.“

Dieſe Worte waren kaum geſprochen, als ein junger Mann in einfachem Reiſekleid in das Zimmer tat. Sein Gang war ſtolz und edel. Er warf ſeinen Hut auf den Tiſch und verlangte etwas zu trinken.

„Einer, einer,“ murmelte die Alte.„Der Andere iſt nicht mehr weit.“

„Was ſpricht ſie?“ fragte der Fremde.

„St! das Geſicht iſt über ihr, ſie verkündigte das Kommen von Euer Ehren zum Voraus.“

„Sie verkündigte mein Kommen! da muß ſie

Der junge Prätendent. I. 11