29
„Er beleidigte mich,“ ſprach Rawlins.
„Sie gaben dazu die erſte Veranlaſſung,“ erwi⸗ derte Allan ruhig.„Aus Höflichkeit— merken Sie es ſich wohl, aus bloßer Höflichkeit— tranken wir den von Ihnen vorgeſchlagenen Toaſt; denn ich ge⸗ ſtehe Niemand das Recht zu, mir ſeine Meinung in öffentlicher Geſellſchaft aufzudringen.“
„Er zweifelte daran, daß ich ein Gentleman ſei,“ unterbrach ihn der Eiſenfreſſer,„der hochländiſche Bengel!“
„Ich zweifle ebenfalls daran,“ rief Sir Allan aus.
„Und ich,“ wiederholte Jeder aus Allans Ge⸗ ſellſchaft.
„Und auch ich,“ ſagte der alte Herr, der ein ruhiger Zuſchauer des Vorgangs geweſen war.
Obgleich Rawlins über die Unverſchämtheit des alten Handelsreiſenden, womit er den Fremden ver⸗ ächtlich bezeichnete, ſehr aufgebracht war, ſo ſetzte er doch zunächſt den Streit mit Sir Allan fort, der demſelben keineswegs auszuweichen ſich Mühe gab. Das Wortgefecht hatte ſeinen Höhepunkt erreicht, als Alick in das Zimmer trat.
„Rawlins— Sir Allan!“ rief er aus,„was ſoll dieſer Streit bedeuten?“
„Ich bin beleidigt worden.“
„Und ich!— und ich!“ riefen ein halbes Dutzend Stimmen zu gleicher Zeit.
Einige haſtige Worte von den Umherſtehenden erklärten Alles. Der alte Laird aber, deſſen Blut kochte, beſtand darauf, ſich mit dem Sachſen zu ſchlagen.
„Edelmann oder bürgerlich,“ ſprach der alte


