die Abendgeſellſchaften vorüber waren; denn zehn Uhr galt für die Damen Schottlands zu der Zeit, aus welcher wir berichten, für eine ſpäte Stunde.
„Laſſen Sie uns ihn aufſuchen,“ ſagte Rawlins.
„Nein— ja— das heißt, wenn Sie verſpre⸗ chen, vernünftig zu ſein.“
„Ich verſpreche es.“
„Ich darf bei dem Streit nicht betheiligt erſchei⸗ nen,“ ſetzte der Major hinzu.
„Ueberlaſſen Sie das mir.“
„Vielleicht könnte es ſich ſogar treffen, daß ich Partei gegen Sie nehme,“ fuhr Alick fort.
„Ich werde das zurecht zu legen wiſſen.“.
„Vergeſſen Sie aber nicht, daß es ſich um kein Kinderſpiel handelt,“ bemerkte der Major im flü⸗ ſternden Tone, als wenn er das Echo ſeiner Worte fürchtete.„Allan iſt ein ächter Hochländer; ſeine Hand verſteht den Degen eben ſo gut wie das Piſtol zu handhaben. Seine Geſchicklichkeit hat er bei mehr als einer Gelegenheit bewieſen.“
„Und ich die meinige,“ bemerkte Rawlins ver⸗ ächtlich.„Kommen Sie, ich habe ſchon lange keinen Strauß mehr beſtanden, und mein Blut fängt an, dick und ſchwer zu werden. Nehmen Sie keinen An⸗ theil an unſerem Streit, und um allen Anſchein zu vermeiden, will ich zuerſt in die Schenke gehen. Apropos, haben Sie keine Banknote bei ſich? Ich habe meine Börſe vergeſſen.“
Campbell wußte wohl, was das Vergeſſen der Börſe ſeines Freundes zu bedeuten habe— daß er nemlich Bezahlung für den Dienſt erwartete, den er zu leiſten im Begriff ſtand. Er nahm daher eine


