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„Es gibt Beleidigungen,“ bemerkte Mrs. Dal⸗ ton,„welche zu vergeben oder vielmehr zu vergeſſen einer weiblichen Natur unmöglich iſt. In demſelben Verhältniſſe zu der Stärke unſerer Liebe ſteht auch die Größe des Gefühls des uns angethanen Unrechts von Seite derjenigen, die wir lieben. Nicht einmal ich,“ fügte ſie bei,„habe es gewagt, der Sache meines ſo lange irre geleitet geweſenen Bruders bei ſeiner tief beleidigten Gattin das Wort zu reden.“
„Sie ſind ſeine Schweſter, ich bin ſein Sohn,“ verſetzte Oliver.
Nur ein einziges Mal wagte er auf dieſen Punkt anzuſpielen. Seine Mutter wurde aber dadurch auf eine ſo beunruhigende Weiſe ergriffen, daß er ſie für ſeine Unbeſonnenheit um Verzeihung bat, ihre Thrä⸗ nen wegküßte, und verſprach, nie wieder darauf zu⸗ rückzukommen.
Er hatte Recht. Die Zeit bewirkt größere Ver⸗ änderungen im Herzen als Bitten, ſelbſt wenn dieſe von Perſonen vorgebracht werden, die uns am theuerſten ſind.
Den Tag, nach welchem Oliver volljährig gewor⸗ den war, beſuchte ihn der Anwalt ſeines Vaters, der eine in geſetzlicher Form von dem Kapitän aus⸗ gefertigte Urkunde mitbrachte, in welcher dieſer ſei⸗ nem Sohne ſein ganzes Privatvermögen ausfolgte.
Weder Mrs. Brandreth noch John Compton, welche bei der Unterredung zugegen waren, machten die geringſte Bemerkung. Der Letztere ſchien in Ge⸗ danken vertieft, während die Urkunde vorgeleſen wurde.
Sobald der Advocgt damit zu Ende war, beglück⸗


