Verbindung zwiſchen ihrer Tochter und Herrn von Kalig ausſprach. „Ich kann der Neigung meines Kindes nicht gebieten,“ bemerkte die Bame, indem ſie das Schrei⸗ ben ihrem Bruder einhändigte. „Gewiß nicht,“ fügte Seine Eminenz nach Durch⸗ leſen deſſelben bei,„obgleich wir die vorgeſchlagene Verbindung mit Vergnügen gutheißen würden. Ihre eigenen Verdienſte müſſen nothwendig in dieſer An⸗ gelegenheit den Ausſchlag geben.“ „Eine abſchlägige Antwort!“ ſagte der Baron im Tone ſtolzen Erſtaunens,„mein Name und mein Rang—“ „Laſſen keine Einwendungen zu,“ verſetzte der Kirchenfürſt mit dem ſanfteſten Lächeln, das ihm zu Gebot ſtand;„aber die Gräfin und ich müſſen Sie deßhalb doch an Bianca weiſen.“ Herr von Kalig verbeugte ſich; er war ein zu feiner Diplomat, als daß er die ſo höflich ver⸗ ſchleierte Abweiſung nicht verſtanden hätte. Am dritten Tage machte er Bianca dennoch einen förmlichen Heirathsantrag, der aber, wie unſere Leſer wohl von ſelbſt vorausſetzen werden, von dem ſchönen, unſchuldigen Weſen abgelehnt wurde, das bereits ſein Herz einem Andern geſchenkt hatte. Vergebens machte der Bewerber die Vor⸗ theile geltend, welche dieſe Verbindung ihr und ihrer Mutter verſchaffen würden, und wies auf die Mög⸗ ſichteit hin, daß ſein Einfluß die Pardonnirung ihres Bruders Alfred bewertſtelligen könnte. Aber nichts vermochte ihren Entſchluß und ihr Philipp gegebenes Verſprechen zu erſchüttern.
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