Tag über erlebt hatten, zu ſprechen,— von dem Un⸗ gewitter in ſeiner ſchreckbaren Größe,— von der Caſa Ingleſe und den merkwürdigen Bewohnern darin.
Eben, als ihre müden Augenlieder ſich zur Ruhe ſchließen wollten, ſchreckte ſie das laute Gebell von mindeſtens einem Dutzend Hunde in ihrem Bette auf und ſie liefen an das Fenſter, um die Urſache davon zu erfahren.
Ein einzelver Reiter, auf einer großen ſchwarzen Stute ſitzend, verlangte Einlaß, indem er wiederholt die Namen„Ernſt“—„Philipp!“ rief.
Ein unwillkürlicher Ausruf des Erſtaunens ent⸗ fuhr Oliver und Philipp, als ſie in dem Ankömm⸗ ling den geheimnißvollen Bettler von Mailand er⸗ kannten. Man konnte ſich in der gemeſſenen Stimme, dem ruhigen, befehlshaberiſchen Ton, in welchem er die Hunde ausſchalt, die plötzlich ihr wüthendes Ge⸗ kläffe in ein fortgeſetztes, freudiges Bellen verman⸗ delten, während ſie an ihm hinaufſprangen, nicht irren.
„Kuſch' Dich, Haro; kuſch Dich, Rock!“ wieder⸗ holte er.
Jetzt erſchien auch Ernſt und der Mann in dem Ziegenfelle.
„Hieher, Vater,“ ſagte der erſtere, nachdem er den Bettler bewillkommt hatte.„Philipp wird Dir das Pferd abnehmen. Wir haben Gäſte im Hauſe.“
Die jungen Männer meinten, der Vater wieder⸗ hole das Wort„Gäſte“ in unzufriedenem Tone und zogen ſich vom Fenſter zurück. Ihre Neugierde hatte Anfangs faſt an Beſtürzung gegränzt. Ueberzeugt, daß keine Gefahr zu fürchten ſei, erlaubte ihnen das 16*


