Teil eines Werkes 
2. Band (1860)
Entstehung
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und es unterlaſſen, unſern Reiſenden von Station zu Station auf ihrem Wege zu folgen. Parma, Bologna, Florenz und Sienna lagen hinter ihnen und ſie waren nur noch eine Tagreiſe von der ewigen Stadt ent⸗ fernt, als der geheime Wunſch der beiden Freunde, einen Sturm in den Bergen zu erleben, zum großen Verdruß der Poſtillone, unerwartet erfüllt wurde, die mehrfach aber vergebens Vorſtellungen gegen eine Verzögerung unterwegs erhoben hatten, die ſie für höchſt unnöthig anſahen.

Kurz vor Sonnenuntergang ſtiegen ſchwere, ſchwarze Gewitterwolken drohend am Horizont auf und ein kalter Oſtwind der gefürchtete Tramontano ſtrich von den Appeninen herab, die ſie ſo eben ver⸗ laſſen hatten, wie wenn er ſie durchaus hätte ein⸗ holen wollen. Die ganze Natur verkündigte einen Aufruhr, das heiſere Gekreiſche des Adlers, der mit ſchweren Schwingen ſein einſames Reſt auf⸗ ſuchte die plötzliche Stille im Inſektenleben, das phantaſtiſche Schwanken der Zweige der Fichten⸗ bäume, welche die Felſen einfaßten, deren granitene kahle Scheitel darüber ſichtbar waren, alles dieß zu⸗ ſammen waren untrügliche Anzeichen von dem be⸗ vorſtehenden Kampf der Elemente.

Die Nacht hatte den Himmel in ein dichtes ſchwarzes und undurchdringliches Leichentuch gehüllt; kein Stern war ſichtbar, als das Gewitter in feiner ganzen Groß⸗ artigkeit und Erhabenheit ausbrach. Breite zackige Blitze, in raſcher Aufeinanderfolge von Donnerſchlä⸗ gen unterbrochen, welche in den Echos der Berge wiederhallten, machten zuweilen die Londſchaft ſicht⸗ bar, um aber hernach eine um ſo tiefere Finſterniß