26
„Ganz richtig,“ ſagte der Doctor ohne die min⸗ deſte Beſchämung über dieſen nicht allzu zarten Wink an den Tag zu legen.„Da Sie keine Leute vom Fach ſind, ſo mußten Sie begreiflicher Weiſe durch den Zuſtand getäuſcht werden, in welchem Sie Lady Fairckough fanden. Sie werden ſich aber wahrſchein⸗ lich noch erinnern, daß ich Ihnen ſagte, daß ſie zu⸗ weilen den Perſonen, welche mit ihrem eigenthüm⸗ lichen Krankheitszuſtande nicht bekannt ſind, als voll⸗ kommen vernünftig erſcheinen müſſe.“
„War es vielleicht auch eine Eigenthümlichkeit ihrer Krankheit,“ fragte Major Henderſon,„daß ſie gegen ihren Willen eingeſperrt gehalten wird? Iſt vielleicht auch unſer Beſuch eine bloße Täuſchung? Oder die unmenſchliche Beſtrafung, mit der Sie ihr drohten, wenn ſie nicht anerkenne, daß alles nur Ein⸗ bildung geweſen ſei?“.
Dieſe Bemerkung brachte ihren Verfolger einen Augenblick lang zum Schweigen.
„Ihre Gewalt über ſie,“ fuhr der Major fort, „iſt glücklicher Weiſe zu Ende. Ihr Verwandter und natürlicher Beſchützer wird ſie jetzt ſogleich aus dieſer Höhle des Verbrechens mit ſich fortnehmen.“
„Ich widerſetze mich ihrer Abreiſe,“ rief der Ei⸗ genthümer von Melina Houſe, der ſchnell wieder ſeine Frechheit und Kaltblütigkeit erlangt hatte.„Lady Fairclough wird mein Etabliſſement nicht ohne aus⸗ drücklichen Befehl des Kanzlers verlaſſen. Sollte man es verſuchen, ſie mit Gewalt meiner Pflege zu entreißen, ſo werde ich Mittel finden, mein Benehmen zu rechtſertigen, und die Verwegenheit der Verbrecher zu beſtrafen.“
*


