„Höre mich, Mutter,“ ſagte Kaled, der ſeine frü⸗ here Keckheit einigermaßen wieder erlangt hatte,„ich hatte vielleicht Unrecht Dich zu ſchlagen, aber hol' mich der Teufel, einen ſolchen Fluch verdiente ich nicht.“
Ohne ihn einer Antwort zu würdigen, zog ſich Martha in ihren Karren zurück und fing an ſämmt⸗ liche Gegenſtände, die ihrem Sohne gehörten, auf den Raſen zu werfen.
„Komm mit mir,“ rief Simon Lee;„man wird jetzt doch nicht mit ihr fertig. Milly kann noch nicht weit ſein,— laß uns nach ihr den Wald durchſtreifen. Ich weiß, was es heißen will, das Nachſehen zu ha⸗ ben: ich habe Mitleid mit Dir.“
Der Vorſchlag fand Beifall und Lee machte ſich mit ſeinen Kameraden auf, um die ganze Umgegend nach jeder Richtung nach Milly und deren Kind zu durchſtreifen. Liebe— wir bedauern, auf dieſe Weiſe das Wort zu mißbrauchen— war nicht die einzige Triebfeder Kaled's, indem er— neben ſeiner Leiden⸗ ſchaft für das Zigeunermädchen— auch ein Auge auf deren Erbſchaft geworfen hatte. Es herrſchten näm⸗ lich gar mancherlei Vermuthungen über den Inhalt der eiſenbeſchlagenen Kiſte, auf welcher der Großvater des Mädchens beſtändig ſchlief.
Die Burſche waren noch nicht lange weggegan⸗ gen, als Martha von der Karavane ſeitwärts Es lag etwas Finſteres in ihrer Miene und in ihrem Weſen, als ſie ihr Pferd antrieb, das auf einen feſt⸗ gefaßten Entſchluß deutete.
„Ich will meinen Stamm verlaſſen,“ murmelte ſie vor ſich hin.„Von jetzt an will ich allein in der


