aus Schmerz über den Streich, ſondern wegen der Hand, die ihn verſetzt hatte.
„Du biſt zu raſch,“ bemerkte Simon Lee, der ſeine beſondern Gründe hatte, mit der Zigeunerin gut zu ſtehen.
„Gerade wie ſein Vater, nicht wahr, Miſtreß Hearn— ein Wort und ein Streich?“
„Und zwaw dew Stweich zuewſt,“ murmelte Jinks.
Kaum war das Vergehen geſchehen, als auch Ka⸗ led's Zorn verflogen war. Er erinnerte ſich, daß ſeine Mutter reich ſein ſolle und noch überdieß einen Theil des Inhalts der Kiſte ihres Bruders Keelan erben würde. Auch fiel ihm ihre frühere Nachſicht und Freigebigkeit gegen ihn ein.
„Laß es gut ſein, Mutter,“ ſprach er,„denk' nicht mehr daran. Hol' mich der Teufel!— es thut mir leid, Dich geſchlagen zu haben. Wenn ich heißblütig und von raſchem Temperament bin, ſo habe ich dieß nur von Dir geerbt. Komm, gib mir die Hand.“
Er verſuchte die gelbe eingeſchrumpfte Hand der alten Zigeunerin zu faſſen, die aber ſchaudernd vor ihm zurückfuhr.
„Was— Du willſt nicht, Du willſt nicht?“ rief er aus.„Nun, ſo ſchmolle ſo lang Du willſt. Ich bin jetzt ein Mann und laſſe mich nicht länger von einem Weibe tyranniſiren, wenn daſſelbe auch meine Mutter iſt. Komm altes Haus,“ fügte er bei, ſie derb am Arme faſſend,„gib mir Deine Pfote. Du weißt ja, die Hearn's ſind ſo gut wie die Keelan's.“
Mit einer Kraft, die man Martha kaum zuge⸗ traut hätte, ſchleuderte ſie ihn aber von ſich weg und indem ſie die alte Sammthaube vom Kopfe riß,


