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daß er unter einem angenommenen Namen und mit falſchem Paſſe in Neapel ſich befinde, wie kann ich es ihm beweiſen?“
„Schicken Sie nach einem Engländer, Namens Hanway, unter dieſer Adreſſe,“ verſetzte Sir Aubrey Fairelough, indem er dem Miniſter die Karte ſeines Hotels einhändigte.„Dieſer kennt ihn von Kind⸗ heit an.“
„Das genügt, genügt vollkommen,“ ſagte der Italiener,„ehe der Morgen anbricht, wird der junge Mann ſich ſicher im Bel Reſpiro befinden. Addio!“
Sich wieder tief in ſeinen Mantel hüllend, ver⸗ ließ der Verfolger des armen Philiprp— der ent⸗ fernt keine Ahnung von der ihm drohenden Gefahr hatte— das Cabinet des Chefs der Polizei. Als er durch das äußere Dienſtzimmer ging, verbeugten ſich die Officianten reſpectsvoll— ihre Inſolenz hatte ſich in die äußerſte Unterwürfigkeit verwandelt. Er hatte eine Stunde lang Audienz gehabt und mußte alſo entweder ein ſehr großer Verbrecher oder eine ſehr hochgeſtellte Perſon ſein.
Der Secretär, an den er ſich zuerſt gewendet gehabt hatte, wußte nicht, für was von beiden er ihn halten ſollte, und beſchloß deßhalb, darüber ſich Gewißheit zu verſchaffen.
Es iſt merkwürdig, wie oft ein ſchlauer Intri⸗ guant, ohne es zu merken, mit gleicher Münze be⸗ zahlt wird. So geſchah es in dieſem Falle. Die Wege des Baronels wurden ebenfalls ausgekund⸗ ſchaftet und lange, ehe der Gefangene eintraf, kannte der Subalternbeamte deſſen Namen und Wohnung.
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