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nunciiren, der, ſeinen Antecedenzien nach zu urtheilen, wohl ein Verbündeter der geſetzloſen Partei ſein kann, deren jüngſtes Auftreten mit Recht alle treue der Regierung in Angſt und Unruhe ver⸗ etzt hat.“
„Haben Sie Beweiſe bafür?“ fragte der Italie⸗ ner haſtig.
„Muthmaßliche allerdings.“
„Nennen Sie ihn und— Sie dieſelben vor.“ „Gemach, gemach, Herr Miniſter,“ verſetzte Sir Aubrey.„Männer von meinem Rang und Vermö⸗ gen“— er legte eine ſcharfe Betonung auf das letz⸗ tere Wort—„ſpielen nicht den Angeber. Es herrſcht ein Vorurtheil— ein einfältiges, wenn Sie wollen — unter den Engländern, das eine ſolche Handlung verdammt.“
„Iſt es möglich?“ murmelte der Miniſter in einem Tone, der im Verein mit dem Zucken ſeiner Achſeln ſein Erſtaunen ausdrückte. Er konnte dieß nicht be⸗ greifen.
„Sie müſſen mir eine Bürgſchaft dafür geben, daß mein Rame bei dem Handel nicht genannt wird.“
„Mein Ehrenwort?“
„Das würde allerdings in gewöhnlichen Fällen genügen,“ antwortete der Baronet;„aber nicht in dieſem, der ganz eigenthümlicher Art iſt.“
„Will der Signore Ingleſe mir die Bürgſchaft nennen?“
„Eure Excellenz müſſen dieß thun.“
Bei all ſeinem Scharfſinn wußte der Chef der neapolitaniſchen Polizei nicht, was er von der Sache denken ſollte. Bis jetzt hatte er ſich noch nicht klar


