Teil eines Werkes 
3. Band (1860)
Entstehung
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fügte er plötzlich nach dem Diener ſich umwendend hinzu,daß Sie ſich nicht irreleiten ließen?

Der Menſch lächelte gewiſſermaßen verächtlich über eine für ſeine Intelligenz und ſeinen Takt ſo beleidigende Vorausſetzung.

Ueberzeugen Sie ſich ſelbſt, Sir Aubrey, er⸗ widerte er.Ich folgte dem jungen Herrn nach, bis ich ihn in die Corona eintreten ſah. Ich ging ebenfalls hinein und befragte den Oberkeliner. Einige Carlini*) machten den Kerl geſprächig; er theilte mir mit, daß Ihr Stiefſohn ſchon ſeit fünf Tagen in Neapel ſich befinde, daß er faſt ohne Gepäck aber wohl mit Geld verſehen angekommen ſei, das er freigebig ſpende; auch fügte er bei, daß die Polizei zweimal erſchienen ſei, und nach ihm gefragt abe.

Gut, gut!

Daß ſein Paß ſcharf unterſucht aber ganz in Ordnung gefunden worden ſei.

Iſt es ein Conſularpaß?

Nein, einer vom Staatsſecretariat.

Sir Aubrey gefiel dieſe Antwort nicht; er wußte, daß die neapolitaniſche Regierung gleich den meiſten übrigen Continentalregierungen große Rückſichten gegen Diejenigen nehme, welche Päſſe vom aus⸗ wärtigen Amt beſitzen.

Zugleich erinnerte er ſich aber auch, daß Signore Falkonet, der Polizeiminiſter, ein intriguanter, ehr⸗ geiziger, beſtechlicher Mann, ſich alle Mühe gebe, ſich

Ein Carlini entſpricht 3 ½ Groſchen oder 12 Kreuzern rheiniſch. D. 16*