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mächtig und der geringſte Verdacht reicht hin, den unglücklichen Venetianer in ein unterirdiſches Ge⸗ fängniß zu bringen, wo er moraliſch und phyſiſch gequält wird. ²)
„Was ſieht der Bürger dieſer einſt ſo ſtolzen Stadt,“ fuhr er fort,„wenn er ſpazieren geht? Ei⸗ nen nördlichen Satrapen, von deſſen Willen Leben und Tod abhängt, im Palaſt ſeiner hunderte von Dogen, ſcharf geladene Kanonen auf allen öffentlichen Plätzen,— welche nur zu klar die Art des Joches andeuten, das ihm der Souverain auferlegte, welchen der Congreß von Verona ihm gab. Zu einer ſol⸗ chen Demonſtration iſt aber auch nicht die entfern⸗ teſte Nothwendigkeit vorhanden.**) Die Venetianer ſind von Alters her durch ihre ariſtocratiſchen Gebie⸗ ter an Unterdrückung gewöhnt, und ihre neue Herrn wiederholen nur in einer andern Sprache das Wort, das ihnen zu hören längſt geläufig iſt— Gehorſam! Es macht für dieſelben nichts aus, in welcher Mund⸗ art die ewige Formel ihrer Sclaverei ausgeſprochen wird. Zur Zeit ſeines Falles hatten die Lenker und Bürger Venedigs den Inſtinkt einer edlern Denk⸗
*) Der engliſche Herr Autor ſcheint nicht zu wiſſen oder ignorirt er es, wie viel von Seite der öſtreichiſchen Regierung zur Hebung Venedig's geſchehen iſt, ohne daß es ihr möglich geworden wäre, vaſſelbe ſo wieder zu heben, wie ſie gewünſcht hatte. Sein Verfall iſt in ganz andern Gründen als in poli⸗ tiſchen Verhältniſſen zu ſuchen, welche überhaupt nur auf un⸗ ruhigen politiſchen Köpfen laſten und den ſeinen Geſchäften nachgehenden Bürger nicht drücken. D. B.
²) Auch ſeit 1819 nicht? Vor dieſem Jahre war von einer ſolchen Demonſtration in vielen Jahren nichts zu 3


