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Rentmeiſtern ihrer Grundherrn beſtimmten Preiſe zu verkaufen.“
„Dieſe Gewohnheit herrſcht aber doch nicht in ganz Italien?“ ſagte unſer Held.
„Hauptſächlich in den römiſchen Staaten,“ ver⸗ ſetzte der Gaſtfreund.„Im lombardiſch⸗venetianiſchen Königreich, wie die öſtreichiſchen Provinzen genannt werden, iſt das Geſetz etwas verſchieden.“
„Armes Venedig!“ ſeufzte Philipp,„wie ſehne ich mich darnach, es zu beſuchen.“
„Und was würden Sie dort ſehen?“ rief Mr. Auſtin.„Ruinen— traurige, nicht wieder herſtell⸗ bare Ruinen. Das einſt ſo reiche und mächtige Venedig beſitzt faſt kein Leben und keine Bewegung mehr. Bei meinen jahrelangen Wanderungen in vielen Ländern habe ich niemals einen traurigern und belehrendern Anblick als den, dieſer dem Unter⸗ gang verfallenen Stadt gehabt, welche, ſeitdem ſie von Fremden regiert wird, mehr als die Hälfte ihrer Bevölkerung verloren hat und trotz ihres mühſamen Strebens doch nur eine ärmliche, ungewiſſe Exiſtenz ſich zu verſchaffen im Stande iſt. Der Adel iſt ver⸗ armt, oder aus dem Lande verbannt, welchem er ſo viele Souveraine gegeben hat; ſeine Paläſte gerathen allmählig in Verfall, weil deren Eigenthümer die Mittel nicht mehr beſitzen, ſie repariren zu laſſen, wodurch ſie ſich genöthigt ſehen, dieſelben um ein Spottgeld, das oft kaum das Material bezahlt,an die Juden zu verkaufen; ſein Handel, einſt die Quelle ſeiner Blüthe und ſeines Reichthums, iſt in die Hände des begünſtigten Trieſts übergegangen. Man wagt aber nicht zu murren, denn die Polizei iſt all⸗


