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ſichtlich.„Ich hätte allein nie den Weg hieher ge⸗ funden.“
„Du hätteſt den Weg nicht hieher gefunden,“ ſagte ſein Verwandter höhniſch;„das beſte was Du thun kannſt, iſt, ihn wieder zu vergeſſen. Oeffne das Thor.“
„Ich danke Ihnen.“
„Hm! Dir ſcheint alles recht zu ſein, was Du durch Deinen Beſuch hier erreicht haſt,“ bemerkte der Doktor ſarkaſtiſch.
„Sie wiſſen nicht, zu wie großem Dank Sie mich verpflichten,“ rief ſein Neffe.„Ich verſprach meiner theuren Mutter auf ihrem Todtenbette, Sie aufzu⸗ ſuchen, Ihren Beiſtand zu erbitten und Ihnen zu verzeihen, wenn ich die geringſte Reue über Ihre frühere Härte bei Ihnen fände. Ihr Benehmen ent⸗ bindet mich aber meines Verſprechens, gibt mir meine Unabhängigkeit wieder und erſpart mir die bittere
Demüthigung, Ihnen für Ihre Freundlichkeit danken 6
zu müſſen. Ich kann Sie jetzt haſſen— ehrlich und offen Sie verachten— und Sie beobachten, denn ich bin durchaus nicht überzeugt, daß Sie Ihre verwittwete Schweſter redlich behandelt haben. Sollte es mir gelingen, Beweiſe Ihrer Unehrlichkeit aufzu⸗ finden, ſo mögen Sie ſich vorſehen. Sie werden mich dann als ebenſo taub und mitleidslos wie Sie ſind, kennen lernen.“
Das Geſicht des Doctors Sellen färbte ſich weiß vor Wuth;— vielleicht miſchte ſich auch etwas Furcht darein, denn ſein Gewiſſen flüſterte ihm zu, daß der Verdacht des jungen Menſchen nicht ganz ungegrün⸗ det ſei.


