Teil eines Werkes 
1. Band (1860)
Entstehung
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rock trat in die Scheune und beleuchtete darin mit einem Lichte, das ſich in ſeiner Gig⸗Laterne befand und welche er in der Hand hielt, die Gruppe. Es lag etwas eigenthümlich Kaltes und Leidenſchaftsloſes in dem Ausdrucke ſeines Geſichtes, der aber keines⸗ wegs böſe war.

Was iſt hier vorgefallen? fragte er.Ein Mord?

Der arme Philipp wiederholte von ſeinem Ver⸗ ſteck auf dem Speicher dieſes Wort.

Komm herab, rief ihm Hliver zu,es iſt jetzt teine Gefahr mehr zu fürchten, auch haben wir Bei⸗ ſtand gefunden.

Da muß ich zuvor erſt wiſſen, ob Sie ihn auch verdienen, bemerkte der Fremde ihn ſcharf firirend.

Was Sie auch von mir halten mögen, be⸗ merkte der junge Menſch,ſo können Sie ihn doch einer Frau und einem Kind nicht verſagen. Ich kann mir auch ohne Ihren Beiſtand helfen, fuhr er im Tone des Selbſtvertrauens fort, das dem Unbe⸗ kannten ein Lächeln abnöthigte.

Halten Sie mir die Lampe, ſprach dieſer ihm das Geräthe einhändigend,während ich Ihrer Freun⸗ din Beiſtand leiſte.

Damit zog er ein kleines Futteral aus der Taſche, wie es in det Regel Aerzte, die auf dem Lande prar⸗ ticiren, bei ſich zu führen pflegen, langte daraus ein mit einem Stöpſel verſehenes Fläſchchen hervor und beſprengte mit einem Theile ſeines Inhalts die Stirne der Frau, die allmählig wieder zu ſich kam.

So jung deren Beſchützer auch war, ſo frappirte ihn doch die auffallende Schönheit ihres Geſichts.