Geheul des Windes, der fortwährend mit der gleichen Wuth vaste, durch das Plätſchern des Regens hindurch, der in ſchweren Tropfen gegen die hölzernen Diehlen der Scheune ſchlug, vernahm der Jüngling deutlich ein Raſcheln im Stroh.
Sein Gefährte mußte es ebenfalls bemerkt ha⸗ ben, benn er umſchlang ihn in krampfhafter Angſt.
Nach wenigen Secunden hörte dieß auf; dann ließ es ſich wieder vernehmen, und beide wußten ſo genau, als wenn ſie es geſehen hätten, daß die Män⸗ ner von ihrem Verſteck weggekrochen waren und ver⸗ ſtohlen ſich der Stelle näherten, wo die Frau mit ihrem Kinde ſich befand.
Olivers Herz ſchlug wild. Es war für einen Jüngling furchtbar, in einer ſolchen Lage ſich zu be⸗
finden, der Zeuge eines Mordes oder vielleicht eines
andern gräßlichen Verbrechens ſein zu müſſen. Die lange Ungewißheit über das, was etwa kommen könnte, lähmte förmlich ſeine Thatkraft, und er fühlte ſich völlig ſtarr, wie vom Zauber feſtgebannt.
Ein durchdringender Schrei machte aber ſeinem Entſetzen ein Ende und verlieh dem kühnen Jüngling ſeinen Muth und ſeine Faſſung wieder. Seine Hand ausſtreckend ergriff er ſein Piſtol.
„Was wollt ihr von mir?“ rief die Frau;„ich bin arm, ſo elend, wie ihr ſelbſt. Thut mir nichts zu Leid! Barmherzigkeit! Barmherzigkeit!“
Ein ſchallendes Gelächter von Seite der Zigeu⸗ ner, die ſie gepackt hatten, war die einzige Antwort auf ihre flehendliche Bitte. Die Ausrufungen er⸗ neuerten ſich in immer ängſtlicherem Tone. Oliver
Brandreth vermochte es nicht länger mehr dieß an⸗


