Teil eines Werkes 
1. Band (1860)
Entstehung
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bleibſel der zu dem Herrenhauſe gehörigen Grund⸗ ſtücke bildeten.

Schon ſeit lange ging die unter der ländlichen Bevölkerung allgemein geglaubte Sage, daß es in Rockingham Hall nicht geheuer ſei. Mehr als ein Pächter hatte die Vorwürfe ſeiner Hausfrau über den Zuſtand, in welchem er nach Hauſe kam, mit der Ver⸗ ſicherung zum Schweigen gebracht, daß er die weiße Frau und deren Schatten geſehen habe. Jq Einige gingen ſogar ſo weit, daß ſie erklärten, ſie hätten zwei weiße Frauen geſehen eine Abweichung von der Sage, die blos deßhalb erzählt wurde, um eine deſto triftigere Entſchuldigung für ein allzu lan⸗ ges Ausbleiben auf dem Wochenmarkte vorzubringen.

Etwas Eigenthümliches hatte dieſe Erſcheinung alle, welche ſie geſehen hatten oder wenigſtens ſich einbildeten, ſie geſehen zu haben, beſchrieben ſie als eine Geſtalt in weißem Kleide, dicht verſchleiert und begleitet von einer dunkeln Geſtalt, wahrſcheinlich einem dienenden Geiſt nämlich die weiße Frau und deren Schatten.

Das Land rund um die Halle ſchien eben ſo ver⸗ ödet als der Wieſenplatz. Hier hie und dort unterbrach auf ungleiche Entfernungen ein verkrüppelter Baum die Einförmigkeit der niedern, ärmlichen Hecke, welche die Chauſſee von dem Wieſengrunde und der Markung von Lincoln trennte, auf der ſich hier eine weitge⸗ ſtreckte Haide ausdehnte, auf welcher nichts als Stech⸗ ginſter und etwas karges Futter für einige Schafe im Sommer zu finden war. Zuweilen campirten hier einzelne Zigeunerhorden in aller Bequemlichkeit, denn der Eigenthümer des Herrenhauſes war ſeit langer Zeit