449
General mit einem Lächeln ihnen zu,„daß in der Liebe, wie im Kriege, nichts über eine rechtzeitige Diverſion zu Gunſten des angreifenden Theils geht. Ich erwarte euch in der Bibliothek, wohin ihr kom⸗ men werdet, um mir mitzutheilen, daß der Tag endlich feſtgeſetzt iſt.“
Er hatte ſich nicht getäuſcht; noch ehe eine Stunde um war, ſuchten ihn die Liebhaber mit vor Freude ſtrahlenden Geſichtern auf. Noch zehn Tage ſollte ihre Prüfungszeit dauern, ein Zeitraum, welchen der General für ziemlich billig hielt, weil man noch die Putzmacherinnen und die Anwälte zu Rath zu ziehen hatte.
„Ich dachte mir's wohl!“ rief der General aus, indem er ſeinem künftigen Schwiegerſohne und Harry herzlich die Hände drückte.„Der letzte Schuß traf, obgleich ich noch einen andern in Reſerve hatte. Der Himmel ſegne euch Beide! Ohne Zweifel,“ fuhr er, an Harold gewendet, fort,„rängt es Sie nach der Halle hinüber zu reiten, um Sir Mordaunt in Kenntniß zu ſetzen.“
Harold meinte, ob nicht der General hinüber reiten wolle. Sein Onkel werde ſehnlich wünſchen ihn zu ſehen, denn er habe viel mit ihm zu ſpre⸗ chen, aber er könne doch unmöglich Bella an einem ſolchen Tage verlaſſen. 2
„Ich bin doch faſt zu alt zu Hymens Boten,“ bemerkte der General;„vielleicht iſt es das Beſte, wenn Sie Ihren Freund Harry ſchicken.“
Harry hatte aber auch ſehr triftige Einwendun⸗ gen zu machen, die er mit einem großen Aufwand von Beredtſamkeit vorbrachte, weil er fühlte, daß
Licht, und Schattenſeiten. V. 29


