Teil eines Werkes 
5. Band (1858)
Entstehung
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102 kennen gelernt und die Hauptſchwäche deſſelben— die Habſucht— ſogleich herausgefunden hatte.

Als die alte Frau zu ihm kam, theilte er ihr ohne alle Umſtände den vermeintlichen Tod ihres Sohnes mit und legte ihr das Zeugniß vor, dem zu Folge er von den Carliſten erſchoſſen worden war.

Einige Minuten lang fühlte ſich die Mutter auf⸗s Tiefſte ergriffen. Bei all' ihren Fehlern und Laſtern, ihrer Undankbarkeit und Verrätherei gegen ihr Pflegekind war ihr doch noch einiges natürliche Ge⸗ fühl geblieben. Ihr Herz wäre ja ſonſt aller Menſch⸗ lichkeit bar geweſen. Der Baronet bemerkte genau, daß ſie ſich aller Drohungen und Vorwürfe enthielt; dennoch ließ er weislich den erſten Schmerzensaus⸗ druck vorübergehen, bis er auf Geſchäfte zu ſpre⸗ chen kam.

„Es iſt dieß eine jener Schickungen der Vor⸗ ſehung,“ hub er endlich an,„denen wir uns Alle unterwerfen müſſen.“

„Sehr wahr,“ ſeufzte Rebecca,„aber er war mein einziger Sohn.“

„In Ihrem Falle,“ fuhr der Heuchler fort,„iſt der Verluſt durch die Erinnerung an ſeine viele guten Eigenſchaften— ſeinen Fleiß, ſeine Klugheit und Erſparniſſe gemildert.“

Rebecca fing an aufmerkſam zu werden.

„Wie viel unglücklicher wäre Ihre Lage geweſen, wenn Ihr Sohn Sie in Ihrem Alter, abhängig von der Mildthätigkeit der Welt oder Ihre eigene Arbeit zurückgelaſſen hätte, während Sie im Gegen⸗ theil jetzt nahezu dreitauſend Pfund erben.“

„Mehr als dreitauſend, Sir John,“ unterbrach