Teil eines Werkes 
4. Band (1858)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

ten eiferſüchtig auf den Einfluß ſeiner immer noch ſchönen Frau waren, deren Ergebenheit dem un⸗ würdigen Wunſche, ſein ganzes Beſitzthum zu erben, zugeſchrieben wurde. Die Verehrung, mit der ſie zu ihm aufblickte, die geduldige Anmuth, mit wel⸗ cher ſie ſeit Jahr und Tag ſeine Einſamkeit zu er⸗

heitern ſuchte, erſchienen dieſen vorurtheilsvollen

Gemüthern nicht anders, als eine wohl ausgeſon⸗ nene Rolle, durch die ſie am ſicherſten zu ihrem Ziele zu gelangen hoffen konnte. Es war deßhalb kein Wunder, daß man ſie fürchtete und haßte.

Der Vicomte Alfred von Migniot, der Sohn der einzigen Schweſter des Generals, war lange daran gewöhnt geweſen, ſich als den Erben ſeines Onkels zu betrachten, und als die Geſundheit des Veteranen ſichtbar zu wanken anfing, zeigte er ſich unermüdlich in ſeinen eigennützigen Aufmerkſam⸗ keiten. Er hatte Capitän Helsman's Anerbieten ſo wenig vergeſſen, wie deſſen Winke hinſichtlich der Juwelen und die noch weit bedeutungsvolleren Andeutungen über Fehltritte, welche die Generalin Zeiten ſich habe zu Schulden kommen aſſen.

Wir haben geſehen, wie das Attentat auf das Leben Lord Charles Murray's Lilini in den Stand geſetzt hatte, des Capitäns Abſicht zu vereiteln, den Ruin der Baronin durch den Verkauf der Beweis⸗ ſtücke der vermeintlichen Schwachheit der Tante an den ſpeculirenden Neffen zu vollenden. Obgleich aber dieſe Abſicht fehlgeſchlagen, ſo hatte der edle Vicomte doch einigen Aufſchluß über deren Vergan⸗ genheit erhalten und er ſuchte dieſen Umſtand mög⸗

Licht⸗ und Schattenſeiten. 1V. 15