27
die Bauern und Mönche wurden ohne Gnade und Barmherzigkeit niedergemetzelt, bis zuletzt der Un⸗ willen der Bewohner ſo allgemein geweckt wurde, daß die meiſten derſelben ſich zu Gunſten des legi⸗ timen Fürſten erklärten und aus paſſiven Zuſchauern des Bürgerkrieges thätige Theilnehmer wurden. Vergebens bemühte ſich Zumalacarregui, dieſer bar⸗ bariſchen Art Krieg zu führen dadurch ein Ende zu machen, daß er ſelbſt das Beiſpiel der Mäßigung gab und die Gefangenen ſchonte, die in ſeine Hände fielen. Rodil beantwortete dieſes menſchliche Be⸗ ſtreben damit, daß er ſeinen älteſten Freund, den General Armencha, der in ſeine Hände fiel, er⸗ ſchießen ließ, eine Handlung der Barbarei, welche ſpäter furchtbare Wiedervergeltung nach ſich zog.
„Es ſind Anſtalten zu einer geheimen Expedi⸗ tion getroffen,“ bemerkte Harold gegen ſeinen Freund Lilini, als ſie mit Tagesanbruch nach dem Morgen, an welchem man die Nachricht von Armencha's Tod erfahren hatte, durch das Lager ſchlenderten.„Zu⸗ malacarregui iſt, ganz abgeſehen von ſeinen per⸗ ſönlichen Gefühlen für den Unglücklichen, nicht der Mann, der einen ſolchen Schimpf ungerächt läßt. Der Streich wird plötzlich, aber unerwartet nieder⸗ fallen. Wir müſſen ein Exempel ſtatuiren, um die Prahlereien Rodil's zu dämpfen und zugleich dem Murren unſrer eignen Leute ein Ende zu machen, die insgeheim über ihres Führers Mäßigung auf⸗ gebracht ſind. Ein Spanier begreift nicht recht, wie man Gnade üben kann, wenn man den Feind in den Händen hat.“
Als die beiden Freunde den dringenden Wunſch


