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Der leichte Anklang von Mißfallen, in welchem die Frage geſtellt wurde, ließ die Wittwe merten, daß ſie eine zarte Seite berührt habe. In gewohn⸗ ter taktvoller Weiſe bemühte ſie ſich den Mißgriff gut zu machen, indem ſie raſch verſetzte:„An ihrer Vermählung nichts, Herr General, denn wer kann Eugenia ſehen, ohne ſie zu bewundern. Nur die Wahl ihres Gatten überraſchte mich, welchen das einfältige Zeitungsblatt ihr zugedacht hat. Es iſt ja kaum länger als vierzehn Tage her, ſeit ſie Mr. Burg zum erſten Male ſah.“
Es war dieß eine jener Paraden, welche die Geſchicklichkeit des Fechtmeiſters beweiſen und mehr in Verlegenheit ſetzen als ein directer Angriff.
„Sie hätten ohne Zweifel anders gewählt,“ bemerkte Eugenia ſpitzig.
„Das will ich nicht ſagen,“ erwiderte die Wittwe mit gewinnendem Lächeln.„Der in Frage ſtehende Gentleman beſitzt Vermögen und Geburt; mein Sohn ſpricht von ihm als von einem ſehr ehren⸗ werthen und ſchätzbaren Manne, und Albert täuſcht ſich ſelten. Es war nur die plötzliche Veröffentlichung, die ich voreilig fand.“
„Es wäre allerdings taktvoller geweſen, wenn man damit noch zugewartet hätte,“ bemerkte der General trocken.
Unmittelbar nach dem Frühſtück beſchied der General die Schweſtern in das Bibliothekzimmer und theilte ihnen mit, daß er auf mehrere Wochen mit ihnen nach London zu gehen beabſichtige, vor⸗ ausgeſetzt, daß Bella ihre Geſundheit für hinläng⸗ lich erſtarkt halte, dieſen Wechſel ertragen zu können.


