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„und unſchuldig.“ Vielleicht erinnerte ſich der Böſe⸗ wicht in dieſem verhängnißvollen Augenblick ſeiner Schweſtern, der freundlichen Geſpielinnen ſeiner Knabenjahre in demſelben Hauſe, in welchem er jetzt ein gräßliches Verbrechen zu begehen beab⸗ ſichtigte, oder trat die Erinnerung an ſeine Mutter vor ſeine Seele, um ſeine rohe Natur zu beſänf⸗ tigen. Unglücklicherweiſe dauerte aber dieſer Ein⸗ druck nicht lange und ging ſo raſch vorüber, wie der Blitz, welcher zwar den Stahl ſchmilzt, dieſen aber, wenn auch als formloſe Maſſe, doch hart, wie zuvor, läßt.
„Es iſt geſchehen,“ rief er plötzlich mit einem tiefen Athemzuge,„und ein Bedauern iſt jetzt eben ſo kindiſch, als unnütz.“ Er hatte nämlich das Geräuſch von Bet's Fall auf den Boden und das Aufſtehen vom Theetiſche gehört.
Faſt eine Viertelſtunde lang blieb er lauſchend
ſtehen, ohne ein weiteres Wort zu ſprechen, jeden
Augenblick in der Erwartung, daß die Frau herab⸗ kommen würde. Er konnte ihr verlängertes Aus⸗ bleiben nicht begreifen. Eben als ſeine Geduld erſchöpft war und er ſich entſchloſſen hatte, ſelbſt ſie im Zimmer des Todes aufzuſuchen, erſchien die Haushälterin mit leichenblaſſem Geſicht und noch
von ihren Thränen feuchten Wangen.
„Endlich, Bet,“ ſprach er, ſich zum Lächeln zwingend.„Man hätte glauben können, es ſei dieß Ihr erſter Verſuch. Doch, ich vergaß,“ ſetzte er, nichts weniger als befriedigt von dem Blick, den ſie ihm zuwarf, hinzu,„daß es ſich beim erſten Schritt


