Wenn ich den ganzen Tag ſpiele, ſo iſt es blos deßhalb, weil ich nichts zu arbeiten habe, und es iſt immer noch beſſer, zu ſpielen, als zu ſtehlen. Ich bin wenigſtens ehrlich,“ ſetzte er ſtolz hinzu.
„Davon bin ich überzeugt,“ bemerkte Kit;„mein Wort darauf, es iſt mehr Gutes als Schlimmes in ihm, Mrs. Watſon; aber Müßiggang iſt aller Laſter Anfang, und deßhalb will ich und mein Freund ihm auf der Werfte ein Unterkommen zu verſchaffen ſuchen.“. „Das würde mich ganz glücklich machen,“ rief der Knabe voll Freude;„ich verlange nichts Beſſeres, als nur arbeiten zu dürfen!“
Die Frau lächelte unter ihren Thränen, denn jedes Mutterherz hört gern das Lob ihres Kindes, und verließ dann das Zimmer, um noch ein wei⸗ teres Bett für Charley herzurichten, auf deſſen Uebernachten ſie nicht gerechnet hatte.
„Es thut mir leid, daß Du ſo müde biſt,“ be⸗ merkte Kit.
Der Knabe ſah ihn an, als wenn er ſich über ſeine Einfalt verwunderte.„Ich bin nicht müde,“ ſprach er.
„Alſo ſchläfrig?“
„Auch nicht ſchläfrig; ich ſtellte mich nur ſo, um meine Mutter nicht zu beängſtigen. Sie müſſen ihr nicht ſagen, daß ich nach dem einſamen Hauſe gehe, um nach Kelf zu ſehen. Sie würde es nicht zugeben, denn das Haus iſt verrufen.“
„Und fürchteſt Du Dich nicht?“
„Nicht im Geringſten!“ rief James.„Ich nehme meines Vaters Dolchmeſſer mit, das oben in meiner


