Teil eines Werkes 
2. Band (1857)
Entstehung
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Miß Cheerly betrachtete Nancy einige Minuten lang ſtillſchweigend, indem ſie im Stillen die Zartheit des Gefühls bei einem Mädchen bewunderte und darüber ſich ſogar verwunderte, für welche die Er⸗ ziehung ſo wenig, die Natur aber ſo viel gethan hatte. Weßhalb ſoll ich aber darüber ſtaunen? dachte ſie, nachdem ich ſo oft ſchon bei einer beſchei⸗ denen wilden Blume einen Wohlgeruch gefunden habe, welcher der prächtigen exotiſchen Pflanze ver⸗ ſagt iſt, die mit großer Sorgfalt und vielen Koſten aufgezogen wird?

Warum ſehen Sie ſo ernſthaft darein? fragte Nancy, die gewohnt war, jeden Wechſel im Geſichte ihrer Freundin mit liebevoller Aufmerkſamkeit zu bewachen.Iſt Ihnen unwohl?

Im Gegentheit, verſetzte Emma;ich fühle, daß die Luft mir gut thut und daß ich mit jedem Athemzug an Kraft gewinne.

Es muß doch um den Reichthum etwas ganz Herrliches ſein! rief die Nähterin vergnügt;ſo mitten in Feldern und unter Blumen zu wohnen, dem Geſang der Vögel zu lauſchen, anſtatt in eine enge Stadt eingeſchloſſen zu ſein, in welcher man nichts als die Steinmauern der gegenüberliegenden Häuſer ſieht! Wiſſen Sie auch, Miß Cheerly, daß ich etwas in London beobachtete, was ich nie be⸗ greifen konnte? Ich will es Ihnen wohl ſagen, was es iſt, ſetzte ſie hinzu,wenn Sie mir verſprechen wollen, daß Sie mich nicht darüber auslachen.

Mit Ihnen lache ich wohl recht gern, aber gewiß nie über Sie.

Wenn Sie es auch thäten, fuhr Nancy fort,

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