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„Ich dachte mir's. Weſſen Portrait?“
„Des verſtorbenen Richard Burg.“ Sie ſprach dieſen Namen mit einem faſt unmerklichen Zittern der Stimme aus, das aber den Anweſenden nicht entging.
„Und auf weſſen Befehl?“
„Auf meinen,“ erwiderte die Haushälterin in einem Tone, aus welchem erſichtlich war, daß ſie ſich nichts darum kümmerte, ob die Freiheit, die ſie ſich genommen, Beifall finde oder nicht.„Der Erbe liebt in der Regel jene Andenken nicht, welche ihn daran erinnern, daß er nicht immer im Beſitz von Glücksgütern geweſen iſt.“
„Was mich anbetrifft, ſo haben Sie darin Unrecht,“ verſetzte Harry,„und ich wünſche deßhalb, daß das Portrait augenblicklich wieder an ſeine frühere Stelle gehängt wird. Mein verſtorbener Vetter und ich waren uns zwar ziemlich fremd, und zwar deßhalb, weil ich zu ſeinen Lebzeiten mich über ſein Benehmen zu beklagen hatte; das iſt aber jetzt vergeſſen. Der Tod hebt die Erinnerung an jede Schuld auf.“
Die Frau betrachtete ihn einen Augenblick lang mit einem faſt freundlichen Ausdrucke und eine Thräne zitterte in ihren Augen.„Ihrem Wunſche ſoll ſogleich entſprochen werden,“ ſagte ſie und ver⸗ ließ das Zimmer.
„Richard Burg muß doch einige gute Eigen⸗ ſchaften beſeſſen haben, die ich bis jetzt nicht bei ihm vorausſetzte,“ bemerkte Harold Tracy,„da ſein Andenken ſo lebhaft in dem Herzen einer Perſon
Licht⸗ und Schattenſeiten. I. 13


