„Es muß ſchon ſieben Uhr ſein, Bruder,“ be⸗ merkte Margaret verdrießlich.
„Noch nicht.“
„Meine Uhr geht ſelten unrichtig.“
In dieſem Augenblicke ſchlug es in der That ſieben Uhr, und zugleich ſah man aber auch vom äußerſten Ende der Avenue her Harold auf ſeiner wohl dreſſirten Stute Maybud in geſtrecktem Ga⸗ lopp herabjagen, mit Tom hart hinter ihm.
Unmittelbar darauf kam der junge Herr mit hochgerötheten Wangen unter der Terraſſe an. Der Baronet lächelte ihm, mit einem Seitenblick auf ſeine Schweſter, zu. Harold verſtand den Wink, warf die Zügel ſeiner Stute Tom zu und ſprang die Treppen hinauf.
„Ich bitte tauſendmal um Verzeihung, liebe Tante,“ ſprach er,„denn ich fürchte, Sie haben auf mich gewartet.“„
„Ja, beinahe eine Stunde,“ erwiderte die Dame ärgerlich.
Bei Tiſch hatte Miß Margaret bei jeder Speiſe etwas auszuſetzen, indem ſie behauptete, das Eſſen ſei durch zu langes Kochen verdorben.
„Dießmal ſind Sie aber ſelbſt Schuld daran, Tante,“ endlich Harold mit komiſchem Pathos,
„Ja wohl,“ fuhr der junge Mann, mit dem Kopfe nickend, fort;„ich wußte, wie gern Sie den Namen der Familie erfahren hätten, welche ſich drüben auf dem Maierhofe niedergelaſſen hat. Ich ritt alſo hinüber und fragte den Haushofmeiſter. Rathen Sie einmal, wer es iſt.“


