Teil eines Werkes 
2. Band (1859)
Entstehung
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ſchön geſchnittenen Lippen, die ſich nie öffneten, ohne die perlengleichen Zähne zu zeigen, Alles erregte in mir das Verlangen, mir das reizende Geſchöpf, wie es in dem Walzer herumwirbelte, näher zu betrachten. Dabei wurde meine Auf⸗ merkſamkeit zugleich auf den Kavalier gezogen, deſſen Arm ſie nach beendigtem Tanz ſuchte. Denken Sie ſich mein Erſtaunen, als ich in der prächtigen Uniform eines öſtreichiſchen Huſaren⸗ Officiers unſern Freund Rateliffe Blount er⸗

kannte.

Nach den erſten Berie ſtellte er mich der Dame vor, deren Schönhelt mich ſo lebhaft ergriffen hatte, der Tochter der Herzogin von Hurricane, jetzt Lady Conſtanze Blount. Seine Kriege, ſagte er, waren jetzt vorüber. Er war ſeit ſechs Monaten verheirathet und beabſich⸗ tigte, einige Jahre im Ausland zu bleiben. Da ich während meines Aufenthalts in Wien auf freundſchaftlichem Fuß mit ihm verblieb, ſo er⸗ fuhr ich Manches, was zu ſeiner Geſchichte ge⸗ hörte, und theilweiſe Sie gewiß überraſchen wird. Unter Anderem theilte er mir mit, daß Wharneliffe Grange wieder aufgebaut wurde, da man Kohlenminen auf dem Gut entdeckt hatte, wodurch der Werth des Beſitzthums ſich wenigſtens um einige hunderttauſend Pfund er⸗ höhte. Die Leviſon'ſche Geſellſchaft war längſt zerſtreut und aus dem Feld geſchlagen. Der äl⸗ tere Iſraelite floh, nachdem er in Paris, wohin er eilte, um ſeine Tochter von der Vereitlung aller ihrer Intriguen in Kenntniß zu ſetzen, nach