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Augen begegneten ſich. Der Ausdruck des meinigen verrieth mich, als ob ich ein Buch geſchrieben hätte; und ihr reines und beredtes Blut ſprach auf ihren Wangen. Der geſtickte Handſchuh, den ich ſo ſehr be⸗ wunderte, war in meiner Hand; unbewußt hatte ich ihn zurückbehalten, während der ſchäkernde Knabe in ſeiner lauten Fröhlichkeit mich damit angriff. Sie ſtreckte ihre Hand nach demſelben aus, und lächelte in ihres Herzens Unſchuld, wie nur ein ſo ſtrahlendes Geſchöpf lächeln kann.„Süßer Schmuck, der ein Göttliches deckt,“ ſagte ich, als ich ihn fahren ließ. Dabei trafen ſich unſere Hände und ich faßte die mir entgegenkommenden Finger und zog ſie an meine Lippen. Ich wußte kaum, was ich gethan hatte; ich fürchtete, die Marquiſin möchte durch meine Kühn⸗ ſein; ſie wieder anzuſehen, wagte ich nicht.
Im nächſten Augenblick ſtieß ſie einen durchboh⸗ renden Schrei aus, ſprang mit Augen, die wie bei einer Wahnſinnigen aus ihren Höhlen trat, von der Bank auf, wo ſie ſaß und ſtellte ſich auf die Zehen, die wahre Perſonifikation einer plötzlich verrückt ge⸗ wordenen Nymphe.
Horch! war dieß das Untertauchen der Kriech⸗ ente in den glänzenden Gewäſſern des See's oder das Plätſchern der Fiſchotter unter dem Felſen. Eine Art Wehegeſchrei unterbrach die Stille des Luſtwaldes, als ich die Lady mit Scheu, Erſtaunen und Furcht anſchaute. Die Wahrheit zuckte mir plötzlich in den Sinn. Ihr ſchönes Kind, der kleine Lord Eskdale war in den See gefallen. Mit der Schnelligkeit des Gedankens ſprang ich auf, durchſchnitt den Raum von


