23
augenſcheinlich nicht viel mehr Geſchicklichkeit im Kolben beſaß, als die Bagatell⸗Tafel ihr verſchafft hatte, war groß; aber zugleich konnte ich, wie die ganze Geſellſchaft leicht erkennen, daß der Spieler ſich ihre Unwiſſenheir im Spiel zu Nutzen machte, um große Summen zu gewinnen. Da jedoch der Marquis, der ſeiner lebhaften Gemahlin ihren Wil⸗ len ließ, ſich zu unterhalten ſchien, und die Geſell⸗ ſchaft erſichtlich nicht geneigt war, ſich darein zu mi⸗ ſo beobachtete ich eine Zeit lang ruhig das piel.
„Hundert Pfund Legen fünf, ich mache dieſen Ball,“ ſagte Kapitän Surecard.
„Ich nehme an,“ antwortete die Marquiſin.
„Nicht doch,“ ſagte einer der Zuſchauer;„er kann ihn nicht fehlen. Nehmen Sie Ihr Wort zurück, Lady Richborough.“
„Still, Sir,“ rief der Kapitän zornig.„Mhladh bedarf Ihres Rathes nicht; ſie hat meine Wette an⸗ genommen. Ich geſtatte Niemand, ſich in mein Spiel zu miſchen.“
Der Kapitän ſpielte und gewann den Ball.
„Ein falſcher Stoß, Sir,“ ſagte ich ſogleich.
„Was?“ rief der Kapihän, mit Wuth umſchauend. „Wer ſprach, wenn ich ſpiele?— Sie 2“
„Ich ſprach, Sir,“ ſagte ich, vortretend.„Ich ſprach von einem falſchen Stoß. Ich wiederhole dieſe Bemerkung.“
Der Kapitän war einen Augenblick beſtürzt. End⸗ lich warf er ſein Queue nieder und ſchritt auf mich zu.
„Ich wette hundert Guineen gegen Sie,“ ſagte er, „Sie reden kein Wort mehr, ſo lang ich ſpiele.“


