„Ich habe gehört, Sir,“ ſagte der vorerwähnte Junge,„daß man nothwendig nach dem Eintritt ein
Duell durchmachen muß. Wie läßt ſich das auf eine
anſtändige Weiſe ausführen, und ohne daß man in
dem Corps Anſtoß gibt? Ich möchte es gern wie die
Andern machen. Muß ich einem Officier auf ſein
Lieblings⸗Hühnerauge treten, oder iſt es beſſer, ab⸗
zuwarten, bis ein Gentleman mich in die Naſe zwickt?
Für mich iſt es ganz einerlei— dieſes oder jenes
leich.“
4 Der Veteran ſchaute den Jungen ſchief an— „Nothwendig, was zu thun, Sir?“ ſprach er;„ein
Duell auszumachen! Junger Mann, Sie thäten
beſſer daran, mit dieſer Vorſtellung in Ihrem Geiſt gar nicht einzutreten, ſonſt befinden Sie ſich vielleicht in einer Patſche, ehe Sie in Ihrem Regiment ſehr alt werden.“
„Wie ſo?“ ſagte der junge Mann, der in ſeiner Art und Weiſe etwas von einem Prahlhans war. „Ich denke, mir heraushelfen zu können, wenn ich in eine Patſche gerathe. Ich bin nicht ganz ohne Uebung und hole mit Leichtigkeit einem Mann auf zwölf Schritte eine blaue Fleiſchmücke von der Naſe.“
„Sie werden ſchwerlich eine Gelegenheit hiezu bekommen,“ erwiderte der Veteran,„wenn man weiß, daß Sie mit ſolchen Geſinnungen und Abſichten ein⸗ treten. Man wird Sie für eine Peſt im Corps er⸗ klären und darum auf die Seite ſchaffen. Nehmen Sie meinen Rath, junger Mann, betrachten Sie Ihre Mitofficiere als Freunde, nicht als Schießſcheiben zu Ihren Piſtolen⸗Uebungen. Sie werden, ehe Sie
viele Jahre in der Armee zugebracht haben, in Menge


