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„Es iſt ſpät,“ antwortete Mabel;„vielleicht
würdet Ihr beſſer daran thun, dieſe Nacht hier zu ſchlafen?“
„Schlafen!“ wiederholte Nan;„ſchlafen hier? nein, nein! Ich werde bleiben, Tage, Monate lang zu ſchlafen, wenn Sie wollen, aber hier kann ich nicht ſchlafen.... noch ſonſt wo,“ ſetzte ſie hinzu, als ſie ſah, daß ihre Worte Mabel zittern gemacht hat⸗ ten.„Um zu ſchlafen, muß ich in meinem urmen Häuschen ſein. Wir Alle haben unſere Gewohnhei⸗ ten. Aber ich werde morgen wieder kommen.“
„Zu guter Stunde?“.
„So früh Sie wollen.“
„Guten Abend, Nan. Schickt mir Allan im
Hinabgehen.“
„Guten Abend, Miß Mabel,“ erwiderte die Alte aufſtehend.
An der Thüre des Zimmers machte ſie Halt und betrachtete lange das Bett und die bleichen, ab⸗ gemagerten Züge von Sir Harry Herbert. Vom Bruder wandten ſich ihre Augen auf den majeſtäti⸗ ſchen Wuchs und die abgemattete Geſtalt der Schwe⸗ ſter, und ihre dünnen und trockenen Lippen kräuſel⸗ ten ſich zu einem ſchwachen Lächeln, ſo ſchwach, daß
Mabel daſelbſt die Wirkung der flackernden Flamme
einer dem Erlöſchen nahen Nachtlampe zu ſehen glaubte. Aber warum hätte dieſe Scene Nan zu einem Lächeln bringen ſollen? „Seltſames Geſchöpf!“ ſprach die Dame bei ſich, als ſie neben dem Bett ihren Sitz einnahm.„Ich begreife ſie kaum. Eine Miſchung von Gut und


